Neurologie
Was ist Neurofeedback - und was zahlt die Krankenkasse?
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Beim Neurofeedback messen Elektroden an der Kopfhaut die Hirnaktivität (EEG), der Computer meldet sie als Bild oder Ton zurück. Ziel ist, dass Sie lernen, dieses Signal mit eigenen Strategien zu beeinflussen. Neurofeedback ist kein eigenes Heilmittel und steht nicht im Heilmittelkatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Wie das bei Ihnen abgerechnet wird, klären wir vorab am Telefon.
Wie läuft eine Neurofeedback-Sitzung ab?
Elektroden an der Kopfhaut messen die elektrische Aktivität des Gehirns, das EEG. Der Computer wandelt diese Messung in ein Signal um, das Sie sehen oder hören. Ihre Aufgabe ist, das Signal mit eigenen gedanklichen Strategien zu beeinflussen.
Ziel ist Selbstregulation, also die eigene Hirnaktivität mit der Zeit gezielter steuern zu lernen. Welches Signal Sie sehen oder hören und welche Aufgabe Sie bekommen, hängt vom Trainingsprotokoll ab.
In der Praxis in Wernsdorf gehört Neurofeedback zum Fachbereich Neurologie und Psyche.
Was sagt die ADHS-Leitlinie zu Neurofeedback?
Die S3-Leitlinie ADHS in der Version 2.0 äußert sich zu Neurofeedback bei Kindern über sechs Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen. Danach „kann“ Neurofeedback nach Standard-Trainingsprotokollen im Behandlungsplan einer ADHS „ergänzend eingesetzt werden“.
Die Leitlinie knüpft das an die Bedingung, dass eine andere, wirkungsvollere Therapie dadurch nicht verzögert oder verhindert wird. Neurofeedback ist nach der Leitlinie damit ein ergänzender Baustein im Behandlungsplan.
Die Leitlinie stuft das als offene Empfehlung ein, Empfehlungsgrad 0. Die Evidenz bewertet sie für Kinder und Jugendliche als moderat, für Erwachsene als schwach. Die Empfehlung wurde 2026 geändert.
Für den Einsatz von Neurofeedback verwendet die Leitlinie das Wort „kann“, für die Regeln des Trainings das Wort „soll“.
Die Aussage setzt damit eine ADHS-Diagnose und einen Behandlungsplan voraus. Wer bei Kindern die ADHS-Diagnose stellt und wann Ergotherapie verordnet wird, lesen Sie im Ratgeber Ergotherapie für Kinder.
Wie viele Sitzungen sieht die Leitlinie vor?
Wird Neurofeedback eingesetzt, soll es nach der Leitlinie diese Regeln einhalten.
- Es nutzt Standardprotokolle, also Theta/Beta-Training, SMR-Training (sensomotorischer Rhythmus) oder SCP-Training (langsame kortikale Potenziale).
- Protokolle auf Grundlage eines quantitativen EEG (QEEG) kommen nicht zum Einsatz.
- Das Training stützt sich auf die Lerntheorie und enthält Transferübungen. Sie sollen das Gelernte in den Alltag übertragen, etwa in Schule oder Beruf.
- Es umfasst mindestens 25 bis 30 Sitzungen, und der Verlauf wird regelmäßig geprüft.
Für Neurofeedback als Heimtraining ist die Evidenz nach der Leitlinie zu gering für eine Empfehlung.
Was ist der Unterschied zu RehaCom?
RehaCom ist ein computergestütztes kognitives Training. Fachlich gehört es zum Hirnleistungstraining, also dem Heilmittel für Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit. Dieses Heilmittel kann laut Leistungsbeschreibung auch am PC stattfinden.
Beim Neurofeedback steht die Messung der Hirnaktivität im Mittelpunkt. Sie sehen am Bildschirm Ihr eigenes Signal und lernen, es zu beeinflussen. Bei RehaCom lösen Sie Übungsaufgaben am Bildschirm, etwa zum Merken oder zur Aufmerksamkeit.
Zahlt die Krankenkasse Neurofeedback?
Neurofeedback steht weder in der Heilmittel-Richtlinie noch im Heilmittelkatalog oder in der Leistungsbeschreibung Ergotherapie. Es ist kein eigenes Heilmittel. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Neurofeedback deshalb nicht als eigene Leistung auf die Verordnung schreiben. Dasselbe gilt für Biofeedback, das in diesen Texten ebenfalls nicht vorkommt.
Wie das bei Ihnen abgerechnet wird, klären wir vorab am Telefon. Die Nummer und das Kontaktformular finden Sie unter Kontakt.
So ist es bei Ergotherapie Schönherz
Für das Hirnleistungstraining arbeiten wir in Wernsdorf mit Neurofeedback und mit dem computergestützten Gedächtnistraining RehaCom. Beides gibt eine sichtbare Rückmeldung, so wird der eigene Fortschritt nachvollziehbar. Ihre Fragen dazu beantworten wir vorab am Telefon unter 03362 57 99 877.