Neurologie
Ergotherapie nach Schlaganfall - wie lange, wie oft, was zahlt die Kasse?
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Nach einem Schlaganfall verordnet die Ärztin Ergotherapie in der Diagnosegruppe EN1, höchstens 10 Einheiten je Verordnung, empfohlen ein- bis dreimal pro Woche. Hirninfarkt und Hirnblutungen zählen bis zu ein Jahr nach dem Ereignis zum besonderen Verordnungsbedarf. Dann darf die Ärztin für bis zu zwölf Wochen verordnen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, Erwachsene zahlen die gesetzliche Zuzahlung.
Wie viel Ergotherapie ist nach einem Schlaganfall möglich?
Ein Schlaganfall, also ein Hirninfarkt oder eine Hirnblutung, gehört im Heilmittelkatalog zur Diagnosegruppe EN1. Das ist die Gruppe der Erkrankungen des Gehirns.
| Regel | Wert |
|---|---|
| Höchstmenge je Verordnung | 10 Einheiten |
| Orientierende Behandlungsmenge | 40 Einheiten |
| Empfohlene Frequenz | ein- bis dreimal pro Woche |
| Besonderer Verordnungsbedarf | Verordnung für bis zu 12 Wochen, längstens 1 Jahr nach dem Ereignis |
Die orientierende Behandlungsmenge ist die Zahl an Einheiten, mit der das Ziel in der Regel erreicht wird. Ist das Ziel dann nicht erreicht, kann die Ärztin weitere Verordnungen ausstellen. Eine Genehmigung der Krankenkasse braucht es dafür nicht.
Hirninfarkt (ICD-10 I63), Hirnblutung (I61) und Subarachnoidalblutung (I60) stehen in der Diagnoseliste der KBV für besonderen Verordnungsbedarf. Das gilt längstens ein Jahr nach dem Akutereignis. In dieser Zeit darf die Ärztin für bis zu zwölf Wochen auf einmal verordnen. Höchstmenge und orientierende Menge binden dann nicht.
Was passiert nach dem ersten Jahr?
Die Ergotherapie endet nach dem ersten Jahr nicht automatisch. Ist das Ziel nicht erreicht, kann die Ärztin im selben Verordnungsfall weiter verordnen.
Bei schweren, dauerhaften Einschränkungen können Sie bei Ihrer Krankenkasse langfristigen Heilmittelbedarf beantragen. Voraussetzung ist ein Therapiebedarf von mindestens einem Jahr. Wird der Antrag genehmigt, sind ebenfalls Verordnungen für bis zu zwölf Wochen möglich. Entscheidet die Kasse nicht innerhalb von vier Wochen, gilt der Antrag als genehmigt.
Woran arbeitet die Ergotherapie nach einem Schlaganfall?
Der Heilmittelkatalog beschreibt für EN1 drei Bereiche der Leitsymptomatik.
- Zur Bewegung gehören Gleichgewicht, gezielte Bewegungen, Muskelspannung, Lähmungen und Spastik.
- Zu den Sinnen gehören Gesichtsfeld, Körperwahrnehmung und Sensibilität.
- Zu den mentalen Funktionen gehören Aufmerksamkeit, Gedächtnis und höhere Leistungen wie das Planen von Handlungen.
Als Heilmittel kommen die sensomotorisch-perzeptive, die motorisch-funktionelle und die psychisch-funktionelle Behandlung in Frage, dazu das Hirnleistungstraining.
Das Hirnleistungstraining oder die neuropsychologisch orientierte Behandlung betrifft Orientierung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Wahrnehmung, Denken, Handlungsplanung und Problemlösen. Neuropsychologisch orientiert wird nur einzeln behandelt. Hirnleistungstraining geht auch in der Gruppe mit drei bis sechs Personen. Die Regelleistungszeit beträgt 45 Minuten, davon mindestens 30 Minuten Therapie. Das Training kann laut Leistungsbeschreibung auch am PC stattfinden.
Womit die Praxis in Wernsdorf in diesem Bereich arbeitet, steht unter Neurologie und Psyche.
Was ist Spiegeltherapie, und was weiß man darüber?
Bei der Spiegeltherapie steht ein Spiegel in der Körpermitte zwischen den Armen oder Beinen. Sie bewegen die nicht betroffene Seite und sehen ihr Spiegelbild. So entsteht der Eindruck, die betroffene Seite bewege sich.
Ein Cochrane-Review von 2018 hat 62 Studien mit 1.982 Teilnehmenden nach Schlaganfall ausgewertet. Im Mittel zeigte sich ein positiver Effekt auf die Motorik, die Evidenz stuft der Review als moderat ein. Für Alltagsaktivitäten deutet der Review auf einen weiteren Effekt hin, die Evidenz ist auch dafür moderat.
Für Schmerzen ist die Evidenz niedrig. Beim Neglect, also dem Nichtbeachten einer Körper- oder Raumseite, zeigte sich kein klarer Effekt. Nebenwirkungen berichtet der Review nicht. Seine Literatursuche reicht bis August 2017.
Kann die Therapie zu Hause stattfinden?
Ja, wenn die Ärztin einen Hausbesuch verordnet. Das darf sie, wenn Sie aus medizinischen Gründen nicht in die Praxis kommen können oder der Hausbesuch medizinisch zwingend nötig ist. Dass jemand in einer Einrichtung betreut wird, reicht allein nicht.
Bessert sich die Mobilität, kann nach Absprache trotzdem in der Praxis behandelt werden. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Ergotherapie zu Hause.
Was zahlt die Krankenkasse?
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die verordnete Ergotherapie. Erwachsene zahlen 10 Prozent der Kosten und 10 Euro je Verordnung zu. Ab dem 1. Januar 2027 sind es 15 Euro je Verordnung.
Im Jahr zahlen Sie höchstens bis zu Ihrer Belastungsgrenze zu. Sie liegt bei 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, für chronisch Kranke in Dauerbehandlung bei 1 Prozent. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Zuzahlung bei Ergotherapie.
So ist es bei Ergotherapie Schönherz
Der Zugang zur Praxis in Wernsdorf ist barrierefrei, Behindertenparkplätze liegen auf dem Hof direkt vor der Praxis. Auf Verordnung kommen wir zu Ihnen nach Hause, in Wernsdorf, Königs Wusterhausen und im Südosten Berlins. Im Hirnleistungstraining arbeiten wir auch mit dem computergestützten Gedächtnistraining RehaCom, bei Halbseitensymptomatik kommt die Spiegeltherapie dazu. Termine vereinbaren Sie unter 03362 57 99 877.